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Der S72 ist eine einfachwirkende Dichtung zur Abdichtung von Kolbenstangen in mobilhydraulischen Anwendungen. Das Profil ist für Anwendungen vorgesehen, bei denen die Dichtung von einer Seite mit Hydraulikdruck beaufschlagt wird.
Die Stangendichtung besitzt eine asymmetrische Konstruktion, eine innenliegende Hauptdichtlippe und einen festen Sitz am Außendurchmesser. Neben der normalen Dichtfunktion kann der S72 laut Datenblatt auch als Dämpfungsring verwendet werden.
Das Grundelement des S72 besteht aus TPU. Die innenliegende Hauptdichtlippe dichtet gegen die bewegte Kolbenstange ab. Der Stützring besteht aus POM.
Die Dichtung besitzt einen festen Sitz am Außendurchmesser. An den Stirnflächen befinden sich Noppen und auf der Rückseite sind Vertiefungen angebracht, die den Rückfluss des Mediums unterstützen.
Der S72 ist eine einfachwirkende Stangendichtung und damit für eine einseitige Druckbelastung ausgelegt. Durch die asymmetrische Profilform ist die richtige Einbaurichtung wichtig.
Die innenliegende Hauptdichtlippe muss korrekt zur Druckseite positioniert werden. Vor der Montage muss daher festgestellt werden, von welcher Seite sich der Hydraulikdruck aufbaut.
Der POM-Stützring dient als Verschlusselement für den Dichtspalt. Laut Datenblatt verhindert dieser Ring, dass der TPU-Dichtungswerkstoff unter Druck in den Spalt gepresst wird.
Der Stützring trägt damit zur hohen Extrusionssicherheit des S72 bei. Bei der Montage muss der Ring korrekt zum Grundelement und zur Druckseite positioniert werden.
Noppen an den Stirnflächen des S72 unterstützen einen schnellen Druckaufbau. Diese Noppen sind funktionelle Bestandteile des Profils und müssen bei der Montage unbeschädigt bleiben.
Laut Datenblatt ermöglichen Vertiefungen auf der Rückseite einen direkten Medienrückfluss. Eine Druckentlastung kann außerdem über die Dichtlippe erfolgen.
Neben der Anwendung als hydraulische Stangendichtung nennt das Datenblatt die Verwendung des S72 als Dämpfungsring. Diese Funktion gehört zum angegebenen Anwendungsbereich des Profils.
Beim Einsatz als Dämpfungsring müssen die Abmessungen, die Druckrichtung, der Einbauraum und die weiteren Betriebsbedingungen den technischen Grenzen des S72 entsprechen.
Die hydraulische S72 Stangendichtung ist für die Mobilhydraulik vorgesehen. Die zuverlässige Konstruktion besitzt ein breites Anwendungsspektrum und eignet sich für mittelschwere Anwendungen in der allgemeinen Industrie.
Zu den genannten Produktvorteilen gehören eine hohe Verschleißfestigkeit, eine mögliche Druckentlastung über die Dichtlippe, ein schneller Druckaufbau und eine hohe Extrusionssicherheit. Die Vertiefungen auf der Rückseite unterstützen den direkten Medienrückfluss.
Laut Datenblatt bietet der S72 ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und wird von zertifizierten externen Lieferanten gefertigt.
Das Grundelement des S72 besteht aus TPU. Für den Stützring wird POM verwendet.
Bei der Auswahl müssen beide Werkstoffe in Verbindung mit dem verwendeten Medium, der Temperatur, dem Druck, der Gleitgeschwindigkeit und den Bedingungen im Einbauraum beurteilt werden.
Der S72 eignet sich für Hydrauliköle nach DIN 51524 Teil 1-3 und für Schmieröle. Die Stangendichtung kann außerdem mit Schmierfetten auf Mineralölbasis verwendet werden.
Zu den angegebenen Medien gehören auch die schwer entflammbaren Hydraulikflüssigkeiten HFA, HFB und HFC nach VCMA 24317. Bei der Auswahl ist zu prüfen, ob das verwendete Medium sowohl für das TPU-Grundelement als auch für den POM-Stützring geeignet ist.
Für die hydraulische S72 Stangendichtung gilt ein Temperaturbereich von -30 bis +100 °C. Die maximale Gleitgeschwindigkeit beträgt 0,5 m/s und der maximal zulässige Druck beträgt 40 MPa.
Bei den angegebenen Einsatzgrenzen handelt es sich um Maximalwerte, die möglicherweise nicht alle gleichzeitig erreicht werden können. Die Eignung der Stangendichtung muss deshalb anhand der vollständigen Kombination aus Temperatur, Druck, Gleitgeschwindigkeit, Medium und Einbaubedingungen beurteilt werden.
Aktuelle Informationen zu Zulassungen und Zertifikaten enthält das für den jeweiligen Werkstoff gültige Werkstoffdatenblatt. Diese Informationen hängen von der spezifischen Mischung ab.
Das Zylindergehäuse und die Kolbenstange müssen mit Fasen versehen werden, um Beschädigungen der Dichtung zu vermeiden. Länge und Winkel dieser Montagefasen müssen der Einbauraumzeichnung entsprechen.
Für die Nutflanken gilt eine Oberflächenrauheit von Ra ≤ 3 µm. Der Nutgrund muss eine Oberflächenrauheit von Ra ≤ 1,8 µm aufweisen. Für die Gegenlauffläche gilt eine Oberflächenrauheit von Ra ≤ 0,4 µm.
Bei kleinen Durchmessern ist ein axial zugänglicher Einbauraum erforderlich. Innerhalb eines begrenzten Abmessungsbereichs ist die Montage in halb offenen oder geschlossenen Einbauräumen möglich.
Scharfe Kanten müssen entgratet und mit nahtlosen Fasen und Radien versehen werden. Der Einbauraum ist vor der Montage sorgfältig zu reinigen. Staub, Schmutz, Metallspäne und andere Verunreinigungen müssen entfernt werden.
Die Dichtung darf nicht über scharfe Kanten, Gewindeenden oder Aussparungen wie Passfedernuten gezogen werden. Verwenden Sie bei Bedarf eine Montagehülse, um die Dichtlippe und den Stützring zu schützen.
Durch das Erwärmen der Dichtung in Öl auf 80 °C wird der Dichtungswerkstoff elastischer und die Montage erleichtert. Fetten Sie die Montageflächen und die Dichtung ein. Ölen oder fetten Sie außerdem die Kolbenstange vor der Montage.
Der S72 muss bei einer Temperatur unter 25 °C gelagert werden. Direkte Wärmequellen, direkte Sonneneinstrahlung und Kondenswasserbildung im Lagerraum sind zu vermeiden. Die Dichtung darf weder Ozon noch ionisierender Strahlung ausgesetzt werden.
Die Lagerungsempfehlungen basieren auf der Revision der ISO 2230 vom 16.09.1992. Bei der Lagerung sind alle genannten Umgebungsbedingungen zu beachten.
Prüfen Sie bei der Auswahl einer hydraulischen S72 Stangendichtung zunächst die erforderlichen Abmessungen der Kolbenstange, den verfügbaren Einbauraum und die Richtung der einseitigen Druckbelastung. Bestimmen Sie außerdem, ob das Profil als normale Stangendichtung oder als Dämpfungsring verwendet wird.
Berücksichtigen Sie anschließend den Temperaturbereich von -30 bis +100 °C, die maximale Gleitgeschwindigkeit von 0,5 m/s und den maximalen Druck von 40 MPa. Diese Werte können möglicherweise nicht alle gleichzeitig erreicht werden. Prüfen Sie zusätzlich das Medium, die Oberflächenanforderungen, die Montagebedingungen und mögliche mischungsabhängige Zulassungen.